metaMINT
metaMINT ist eine digitale Toolbox, die MINT-Kommunikator:innen unterstützt, wirkungsvolle Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln. Ziel ist es, das Image von MINT-Berufen zu verbessern und mehr junge Menschen für ein Studium oder eine Ausbildung in diesem Bereich zu gewinnen.
Problemstellung
MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sind essenziell für unsere Zukunft. Dennoch entscheiden sich immer weniger junge Menschen für eine Ausbildung oder ein Studium in diesen Bereichen. Ein Grund dafür ist das verzerrte Image: MINT-Berufe werden oft als monoton, alltagsfern und wenig attraktiv wahrgenommen – eine Vorstellung, die der Realität nicht gerecht wird.
MINT-Kommunikator:innen setzen genau hier an. Sie informieren Schüler:innen über Veranstaltungen, Inhalte sowie Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten im MINT-Bereich und versuchen ihr Interesse für diese Fachbereiche zu wecken bzw. fördern. Da sie jedoch meist keine professionellen Kommunikator:innen sind, fehlt ihnen oft das nötige Know-how.
Das Forschungsprojekt metaMINT untersuchte, wie mit Hilfe von Metaphern das Image von MINT neu gestaltet werden kann. Die Ergebnisse des Projekts wurden in einer digitalen Toolbox festgehalten, die MINT-Kommunikator:innen bei der Entwicklung eigener metaphorischer Kommunikationsmaßnahmen unterstützen soll. Eine erste Evaluation zeigte, dass zwar alle relevanten Informationen vorhanden sind, es jedoch an Unterstützung bei der praktischen Umsetzung mangelt.
Ziel des Projekts
Im Rahmen meiner Masterarbeit untersuchte ich daher, wie der Prototyp weiterentwickelt werden kann, um MINT-Kommunikator:innen individuell und bedürfnisorientiert bei der praktischen Anwendung der Inhalte in ihrer Kommunikationsarbeit zu unterstützen.
Ergebnis
Entstanden ist ein weiterentwickelter, interaktiver Figma-Prototyp, der gezielt auf die Bedürfnisse von MINT-Kommunikator:innen abgestimmt ist. Dieser bietet u. a. detaillierte Erklärungen, eine strukturierte Schritt-für-Schritt-Anleitung, eine Community-Funktion sowie einen Chatbot, die praxisorientierte Unterstützung bei der Entwicklung metaphorischer Kommunikationsmaßnahmen leisten.
Projektart
Masterarbeit
Projektzeitraum
Okt. 2022 – Sep. 2024
Teamgröße
1 Person
Eingesetzte Tools
Miro, Zoom, Figma, Adobe Photoshop, Affinity Designer und Publisher
Link zum Prototyp
Der Prozess
Nutzerbefragung
Nach einer Einarbeitungsphase in die bisherigen Arbeiten des Forschungsprojekts und einer umfassenden Literaturrecherche führte ich zu Beginn meiner Arbeit eine Nutzerbefragung mit sieben MINT-Kommunikator:innen durch. Ziel war es, die zukünftigen Nutzenden der digitalen Toolbox sowie deren Vorgehensweise bei der Entwicklung von Kommunikationsmaßnahmen kennenzulernen. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Identifikation von Herausforderungen und Unterstützungswünschen. Während der Befragung wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden eine vorgefertigte Experience Map ausgefüllt. Dies sollte eine intensive Auseinandersetzung mit der Vorgehensweise gewährleisten.
Persona
Nach der Auswertung der Nutzerbefragung fasste ich die zentralen Erkenntnisse übersichtlich in einer Persona zusammen. Diese steht stellvertretend für die Zielgruppe der digitalen Toolbox sowie deren spezifische Bedürfnisse. Im weiteren Projektverlauf diente sie mir als Orientierung, um sicherzustellen, dass die digitale Toolbox optimal auf die Anforderungen der Zielgruppe ausgerichtet wird.
Anforderungskatalog
Auf Grundlage der Nutzerbefragung und einer vorherigen Evaluation der digitalen Toolbox erstellte ich einen Anforderungskatalog mit 20 zentralen Anforderungen der MINT-Kommunikator:innen. Zudem analysierte ich, inwieweit die bestehende Toolbox diese Anforderungen bereits erfüllt und wo weiterer Optimierungsbedarf erforderlich ist.
Ziel der Toolbox & Grundsatzentscheidungen
Basierend auf den aufgestellten Anforderungen wurde deutlich, dass umfassende Anpassungen am Konzept, den Texten und dem Design erforderlich sind. Im ersten Schritt der Weiterentwicklung überarbeitete ich zunächst das Ziel der digitalen Toolbox und traf zwei grundlegende Entscheidungen bezüglich der Struktur und der Funktionalitäten. Sowohl in diesem als auch in den weiteren Prozessschritten berücksichtigte ich dabei stets die aufgestellten Anforderungen, um sicherzustellen, dass die digitale Toolbox optimal auf die Bedürfnisse der Zielgruppe abgestimmt ist.


Sitemap
Anschließend optimierte ich die Struktur der digitalen Toolbox, indem ich dazu die Sitemap anpasste. Zentrale Anpassungen waren die Entfernung unnötiger Inhalten, die Umstellung von einer themen- auf eine aufgabenorientierte Navigation sowie die Aufsplittung umfangreicher Seiten in mehrere kürzere und übersichtlichere. Zudem integrierte ich neue Inhalte und Funktionen, darunter bspw. eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und ein Chatbot, die die Nutzenden gezielt bei ihrer Arbeit unterstützen sollen.
Grobe Inhaltsgliederung
Nach der Überarbeitung der Sitemap entwickelte ich eine grobe inhaltliche Gliederung für die zentralen Seiten und Elemente der digitalen Toolbox. Dadurch stellte ich sicher, dass die Toolbox eine klare, logische Struktur aufweist und alle wesentlichen Informationen enthält.
Wireframes
Parallel zur Erstellung der groben inhaltlichen Gliederung entwickelte ich erste Wireframes. Diese dienten dazu, die konkreten Inhalte der Seiten zu bestimmen, Inhaltskomponenten sinnvoll zu gliedern und deren Reihenfolge festzulegen. Die Visualisierung der Struktur ermöglichte es mir, eine erste Einschätzung des Seitenumfangs vorzunehmen. So konnte ich bei Bedarf Maßnahmen ergreifen, um die Seiten möglichst kompakt und übersichtlich zu gestalten. Die Wireframes inspirierten mich darüber hinaus zu neuen Ideen und führten zu der Ergänzung weiterer nützlicher Inhalte.
Texte
Nachdem die grundlegende Struktur der digitalen Toolbox optimiert war, passte ich die vorhandenen Texte an und erstellte weitere Texte für die neu hinzugefügten Seiten und Elemente. Dabei legte ich besonderen Wert auf folgende Aspekte:
Moodboard
Für die visuelle Konzeption der digitalen Toolbox erstellte ich ein Moodboard, das die zentralen Werte und Emotionen widerspiegelt, die mit der Toolbox vermittelt werden sollen. Dabei griff ich auf die Metapher des Weltalls zurück: Wie dieses steht die digitale Toolbox für das Entdecken von Neuem und Unbekanntem und verkörpert gleichzeitig wissenschaftlichen Fortschritt, Modernität und Klarheit. Sie soll unbegrenzte Möglichkeiten eröffnen und den Nutzenden ein Gefühl von Freiheit und Leichtigkeit vermitteln, um einen Raum für Kreativität und freies Experimentieren zu schaffen. Dabei bleibt sie stets seriös und überzeugt durch eine klare, übersichtliche Gestaltung.
Umsetzung & Design System
Aufbauend auf dem Moodboard setzte ich das Konzept praktisch in Figma um und erstellte dabei ein Design System, das eine konsistente und benutzerfreundliche Gestaltung der digitalen Toolbox sicherstellt. Ich legte die Typografie, Farbpalette sowie zentrale UI-Komponenten wie Buttons, Cards und Formulare fest und verknüpfte die verschiedenen Seiten und Elemente miteinander. So entstand schließlich ein interaktiver High-Fidelity-Prototyp



Das Ergebnis
Tauche ein in metaMINT! – Erkunde jetzt den weiterentwickelten Prototyp und entdecke, wie die digitale Toolbox MINT-Kommunikator:innen dabei unterstützt, eigene metaphorische Kommunikationsmaßnahmen zu entwickeln, um junge Menschen für MINT-Berufe zu begeistern.
Key Learnings
Nicht alles muss perfekt sein
Da sich das Projekt über einen langen Zeitraum erstreckte und ich alle Schritte später in meiner Masterarbeit dokumentieren wollte, bereitete ich meine Zwischenergebnisse so auf, dass ich sie direkt hätte übernehmen können. Anfangs dachte ich, dass mir diese Vorgehensweise viel Zeit ersparen würde. Doch mit der Zeit wurde mir klar, dass mich dieser Perfektionismus eher ausbremste. Viele der detailliert ausgearbeiteten Zwischenschritte benötigte ich am Ende gar nicht mehr, weil sich mein Ansatz weiterentwickelte und ich eine neue Richtung einschlug. Ich lernte, dass es nicht sinnvoll ist, jedes Detail von Anfang an perfekt auszuarbeiten. Stattdessen lohnt es sich, pragmatisch zu bleiben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Die Rolle von Teamarbeit im kreativen Prozess
In diesem Projekt wurde mir der Wert von Teamarbeit auf eindrucksvolle Weise bewusst. Während meines Bachelorstudiums war der Großteil meiner Projekte in Teamarbeit entstanden – in diesem Fall war ich hingegen vollständig auf mich allein gestellt. Besonders in kreativen Prozessen ist Zusammenarbeit jedoch von unschätzbarem Wert: Man kann sich austauschen, Ideen gemeinsam weiterentwickeln, neue Blickwinkel gewinnen und viel voneinander lernen. Besonders bei der Konzeption und dem Brainstorming vermisste ich diesen direkten Austausch, da ich mir oft frische Impulse und alternative Ideen gewünscht hätte. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie sehr ich die Dynamik, Inspiration und die kreativen Impulse schätze, die durch gemeinsames Arbeiten entstehen.
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