„Foodish by nature“ ist eine Challenge-App, die dazu beiträgt, ein neues Bewusstsein für natürliche Lebensmittel zu schaffen. Sie richtet sich an vielbeschäftigte Menschen, die eine gesündere und nachhaltigere Lebensweise anstreben.
Problemstellung
In unserer heutigen Konsumgesellschaft sind Lebensmittel in Hülle und Fülle vorhanden. Wir machen uns oft keine Gedanken darüber, woher sie stammen, was wirklich in ihnen steckt und welche Auswirkungen ihre Produktion auf unsere Gesundheit und die Umwelt hat. Stattdessen nehmen wir sie als selbstverständlich hin und schätzen ihren wahren Wert nicht. Das führt zu Umweltbelastungen, gesundheitlichen Risiken und einer massiven Verschwendung von Nahrungsmitteln.
Ziel des Projekts
Im Rahmen einer Lehrveranstaltung arbeiteten wir in einer 3er-Gruppe an einer Lösung, um ein neues Bewusstsein für die Natürlichkeit und den Wert von Lebensmitteln zu schaffen und ihre Wertschätzung in der Gesellschaft zu fördern.
Ergebnis
Mit der „Foodish by nature“-App entwickelten wir eine Challenge-Anwendung, die den Nutzenden durch einfache, tägliche Aufgaben hilft, ein besseres Verständnis für natürliche Lebensmittel zu entwickeln und deren Wert in ihrem Alltag stärker zu schätzen. Die App fördert nachhaltige Konsumgewohnheiten und trägt dazu bei, dass Nutzer:innen ihre Essgewohnheiten bewusster, gesünder und umweltfreundlicher gestalten.
Projektart
Hochschulprojekt
Projektzeitraum
Okt. 2020 – Feb. 2021
Teamgröße
3 Personen
Eingesetzte Tools
Miro, Zoom, Adobe XD, Adobe After Effects, Google Drive, Google Docs, Google Präsentationen
Der Prozess
Interviewstudie
Nach einer ersten Recherche zu den aktuellen Herausforderungen im Bereich Lebensmittel führten wir eine qualitative Interviewbefragung mit fünf Teilnehmenden durch. Dabei erforschten wir ihre Gewohnheiten, Bedürfnisse und persönliche Beziehung zu Lebensmitteln.
Die Interviews dauerten jeweils etwa zwei Stunden und fanden je nach Möglichkeit entweder vor Ort oder online via Zoom statt. Zu Beginn der Befragung stellten wir allgemeine Fragen zu den Einstellungen und Gewohnheiten der Teilnehmenden in Bezug auf Lebensmittel. Anschließend begleiteten wir sie gedanklich durch den gesamten Prozess ihres Umgangs mit Lebensmitteln. Um tiefere Einblicke zu gewinnen, setzten wir Bedürfniskarten sowie Produktbilder als Gesprächsimpulse ein und nutzten eine vereinfachte Experience Map, in der die Gefühle der Teilnehmenden zu den verschiedenen Phasen des Prozesses festgehalten wurden.
Clustern und Mapping der Erkenntnisse
Nach der Durchführung der Interviews haben wir die gewonnenen Erkenntnisse systematisch analysiert. Dabei wurden die relevantesten Aussagen aus den Gesprächen thematisch geclustert und die Experience Maps der einzelnen Teilnehmenden zusammengeführt. Diese Vorgehensweise ermöglichte es uns, Muster und Gemeinsamkeiten im Umgang mit Lebensmitteln zu erkennen, tiefere Einblicke in die Bedürfnisse, Motivationen und Herausforderungen der Nutzenden zu gewinnen und wichtige Problembereiche zu identifizieren.
Opportunity Areas
Aus den Ergebnissen der Auswertung konnten wir drei zentrale Opportunity Areas ableiten, die uns einen wertvollen Anhaltspunkt für die Entwicklung eines neuen Services gaben.
Benchmarkanalyse
Im nächsten Schritt führten wir für jede der abgeleiteten Opportunity Areas eine Benchmarkanalyse durch, um einen Überblick über bestehende Services auf dem Markt zu erhalten, die sich bereits mit den jeweiligen Problemen befassen. Dabei stellten wir fest, dass für die Opportunity Areas 1 und 2 bereits mehrere zufriedenstellende Lösungen existieren, während für Opportunity Area 3 noch ungenutztes Potenzial für neue Services bestand.




How-Might-We Fragen
Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Benchmarkanalyse entschieden wir uns, mit Opportunity Area 3 weiterzuarbeiten. Wir formulierten daraufhin vier How-Might-We Fragen, die als Ausgangspunkt für die Ideation-Phase dienten.
Persona
Um in der nachfolgenden Ideation-Phase die Bedürfnisse der Zielgruppe nicht aus den Augen zu verlieren, entwickelten wir basierend auf den Ergebnissen unserer Interviewbefragung die Persona Nora Riediger.
Brainstorming und Ideenbewertung
In der Ideation-Phase sammelten wir in einer Brainstorming-Session zu jeder „How-Might-We“-Frage verschiedene Ideen. Anschließend bewerteten wir ausgewählte Ideen hinsichtlich ihrer Auswirkung und Machbarkeit. Die vielversprechendsten Ansätze kombinierten und verfeinerten wir weiter. So legten wir den Grundstein für das Konzept der App „Foodish by nature“.


Informationsdichte, Charakter und Schlüsselfunktionen der App
Zur weiteren Verfeinerung des Konzepts definierten wir zentrale Eigenschaften wie die Informationsdichte, den Charakter und die Schlüsselfunktionen der App. Da „Foodish by nature“ eine Challenge-App ist, setzten wir besonderen Wert auf motivierende Elemente und Funktionen zur Selbstreflexion. Zudem war es uns wichtig, den Zeitaspekt zu berücksichtigen, da unsere Zielgruppe hauptsächlich aus berufstätigen Menschen mit begrenzter Freizeit bestand.
Interaction Flow
Zeitgleich entwarfen wir einen Interaction Flow. Dieser ermöglichte es uns, einen klaren Überblick über die Inhalte und die Struktur der App zu gewinnen und eine benutzerfreundliche Navigation zu gewährleisten, die das Nutzererlebnis intuitiv und effizient gestaltet.
Wireframes
Nach der Festlegung der grundlegenden Struktur und der wichtigsten Funktionen der App erstellten wir erste händische Wireframes. Diese halfen uns dabei, die konkreten Inhalte der einzelnen Seiten sowie deren Anordnung und Platzierung zu visualisieren und sicherzustellen, dass die App eine klare und benutzerfreundliche Struktur aufweist, bevor wir in die detaillierte Gestaltung übergingen.
Moodboard
Im nächsten Schritt erstellten wir ein Moodboard, um das visuelle Design von „Foodish by nature“ zu definieren. Die App zeichnet sich durch eine klare, freundliche und richtungsweisende Gestaltung aus. Ein zentrales Konzept war, dass sich das Design im Verlauf der Nutzung gemeinsam mit den Nutzenden entwickelt und deren zunehmende Wertschätzung für natürliche Lebensmittel widerspiegelt. Zu Beginn einer Challenge vermittelt die App eine urbane, ruhige Atmosphäre, die sich im Laufe der Nutzung zu einer natürlicheren und organischeren Ästhetik wandelt.
Ausarbeitung der Key Moments
Nachdem das Design festgelegt war, arbeiteten wir ausgewählte Screens in Adobe XD aus. Unser Fokus lag dabei auf den Key Moments – den Schlüsselmomenten der App, die für das Nutzererlebnis besonders relevant sind. Diese Screens wurden sorgfältig gestaltet, um eine optimale Benutzerführung und ein ansprechendes Erlebnis sicherzustellen.
Storytelling
Um die App anschaulich zu präsentieren, erstellten wir am Ende des Projekts ein Pitchvideo aus den ausgearbeiteten Key Moments. Dazu entwickelten wir zunächst gemeinsam eine Concept Story, die die Grundlage für das Video bildete. Nachdem diese festgelegt war, bereiteten meine Teamkolleginnen die einzelnen Screens vor und kümmerten sich um die Tonaufnahmen. Auf dieser Basis gestaltete ich das Video, einschließlich des Motion Designs. Für die Umsetzung nutzte ich Adobe After Effects.
Das Ergebnis
Na, neugierig geworden? Sieh dir nun das Pitchvideo an und erfahre mehr über Nora und ihren Weg mit der App “Foodish by nature”.
Key Learnings
Kennenlernen neuer Methodiken im UX-Design
Während dieses Projekts hatte ich die Gelegenheit, neue UX-Design-Methoden kennenzulernen und direkt anzuwenden. Besonders bereichernd war die Arbeit mit Opportunity Areas und How-Might-We-Fragen, da sie uns halfen, Potenziale für die Entwicklung eines neuen Services zu erkennen und kreative Ideen zu generieren. Zusätzlich erkannte ich, wie entscheidend der Interaktionsflow und die Definition des App-Charakters für den gesamten Entwicklungsprozess sind. Der Interaktionsflow bot eine klare Struktur für die Inhalte und den Aufbau der App, während die Festlegung des App-Charakters wertvolle Anhaltspunkte für das Design und die Ansprache der Zielgruppe lieferte.
Präsentieren mit Hilfe von Storytelling
Ein weiteres wertvolles Learning war die Präsentation von Konzepten und Designs mit Hilfe von Storytelling. Während des Projekts stellten wir regelmäßig unsere Fortschritte vor. Ich lernte, wie man die neusten Projektfortschritte wirkungsvoll darstellt und die wesentlichen Aspekte eines Konzepts klar sowie anschaulich vermittelt.
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