Postive Arbeit

Im Projekt „Positive Arbeit“ untersuchten wir, wie gezielt positive Erlebnisse in der digitalen Zusammenarbeit kreativer Teams geschaffen werden können. Mithilfe einer qualitativen Studie und dem Einsatz von Stimulusmaterial sammelten wir wertvolle Erkenntnisse, die wir in praxisorientierte Handlungsempfehlungen übersetzten.

Projektkontext

Die Corona-Pandemie hat unsere Art zu arbeiten auf den Kopf gestellt. Plötzlich waren Homeoffice und virtuelle Meetings die Norm. Diese Umstellung brachte nicht nur neue Möglichkeiten, sondern auch spannende Herausforderungen mit sich.

Ziel des Projekts

Im Rahmen einer Lehrveranstaltung beschäftigten wir uns als 5er-Team intensiv mit der Frage, wie während der digitalen Zusammenarbeit positive Erlebnisse in kreativen Teams geschaffen werden können. Im Gegensatz zu vielen UX-Design-Projekten, die auf das Entwickeln von Lösungen für bestehende Probleme ausgerichtet sind, verfolgten wir hier einen Ansatz, der bewusst auf das Schaffen positiver Erlebnisse abzielte.

Ergebnis

Mit Hilfe einer qualitativen Studie und gezielt erarbeitetem Stimulusmaterial erhielten wir wertvolle Einblicke in die Erlebnisse und Bedürfnisse von Kreativschaffenden. Gleichzeitig sammelten wir von den Teilnehmenden Ideen, wie positive Erlebnisse in der digitalen kreativen Zusammenarbeit gestaltet werden können. Basierend auf diesen Erkenntnissen leiteten wir 12 praxisorientierte Handlungsempfehlungen ab, die konkrete Ansätze zur Förderung positiver Erlebnisse bieten.

Projektart

Hochschulprojekt

Projektzeitraum

März – Juli 2021

Teamgröße

5 Personen

Eingesetzte Tools

Miro, Conceptboard, Zoom, Google Drive, Google Docs, Affinity Designer

Der Prozess

Literaturrecherche

Zu Beginn des Projekts führten wir eine umfassende Literaturrecherche durch, um eine fundierte Basis für unser Projekt zu schaffen. Dabei untersuchten wir, wie positive Erlebnisse entstehen, welchen Einfluss sie auf die Kreativität sowie Zusammenarbeit haben und warum sie besonders in kreativen Teams eine wichtige Rolle spielen. Zudem analysierten wir, wie durch digitale Technologien die Zusammenarbeit unterstützt und positive Erlebnisse geschaffen werden können.

Kreativ-Workshop

Nach der Literaturrecherche entwickelten wir in einem Kreativ-Workshop erste Ideen für das Stimulusmaterial, das später in der qualitativen Studie zum Einsatz kommen sollte. Unser Ziel war es, mit diesem Material die Teilnehmenden in eine positive, erlebnisorientierte Denkweise zu lenken und ihnen Impulse zu setzen, die sie dazu anregen, eigene Ideen zu entwickeln, wie positive Erlebnisse bei der kreativen digitalen Zusammenarbeit geschaffen werden können.

previous arrow
kreativ_workshop_teil1
next arrow

Stimulusmaterial

Basierend auf den Ideen aus dem Kreativ-Workshops entwickelten wir in weiteren Sessions ein konkretes Konzept für das Stimulusmaterial der Studie. Das Material beinhaltet ein Szenario eines digitalen Kreativ-Workshops, das in drei Abschnitte unterteilt ist. Jeder Abschnitt enthält einen kurzen Text sowie eine Skizze, die die Funktionen des Konzepts veranschaulicht. Das Szenario zeigt ein mögliches Konzept, wie positive Erlebnisse bei der kreativen Zusammenarbeit im digitalen Raum geschaffen werden können.

previous arrow
stimulusmaterial_1_einstieg
next arrow

Studie

Nach der Ausarbeitung des Stimulusmaterials führten wir acht halbstrukturierte Einzelinterviews mit Kreativschaffenden durch. Ziel war es, Ideen und Ansatzpunkte zu sammeln, wie positive Erlebnisse bei der kreativen Zusammenarbeit im digitalen Raum geschaffen werden können. Die ca. 100-minütigen Interviews wurden online via Zoom durchgeführt. Um den Teilnehmenden eine interaktive Auseinandersetzung mit den Inhalten zu ermöglichen, setzten wir das Online-Kollaborationstool Conceptboard ein, auf dem sie eigene Ideen einbringen und weiterentwickeln konnten. Die Studie gliederte sich in drei aufeinander aufbauende Phasen.

previous arrow
studie_1_erlebnisinterview
next arrow

Auswertung der Studie

Nach der Durchführung der Interviews ergänzten wir die Conceptboards mit weiteren Aussagen aus den aufgezeichneten Audiospuren. Im Anschluss clusterten wir die Aussagen thematisch und analysierten die Ergebnisse über alle Teilnehmenden hinweg, um wiederkehrende Muster und zentrale Erkenntnisse zu identifizieren.

previous arrow
auswertung_erlebnisinterview
next arrow

Handlungsempfehlungen

Aus den Studienergebnissen leiteten wir 12 konkrete Handlungsempfehlungen ab, die wir in Form eines Kartensets visualisierten. Jede Karte enthält eine Beschreibung, den theoretischen Hintergrund, Informationen zur Wirkung, essenzielle Must-haves sowie praxisnahe Beispiele. Das Ziel dieses Sets ist es, ein kompaktes und leicht anwendbares Arbeitsmaterial bereitzustellen, das dabei hilft, gezielt positive Erlebnisse in der digitalen kreativen Zusammenarbeit zu gestalten.

Key Learnings

Der Wechsel der Denkweise

Die größte Herausforderung in diesem Projekt war der Wechsel von einem problemlösenden zu einem positiv ausgerichteten Denkansatz. Im klassischen Design Thinking wird oft ein problemlösender Ansatz verfolgt, der jedoch zu neutralen Erlebnissen führt. Da unser Ziel jedoch war, gezielt positive Erlebnisse zu schaffen, mussten wir aus neutralen Erlebnissen etwas Positives kreieren. Dieser Denkansatz fiel sowohl uns bei der Entwicklung des Stimulusmaterials als auch den Teilnehmenden in der Studie schwer. Wir lernten, frühzeitig einzugreifen, wenn wir auf diese Problematik stießen, und konnten so viele Iterationen vermeiden.

Die Macht des Nachfragens

Besonders lehrreich war für mich der Einsatz der Laddering-Methode. Anfangs fiel es uns schwer, die Teilnehmenden immer wieder nach dem „Warum“ zu fragen, da ihre Antworten bereits ausführlich erschienen. Doch wir stellten schnell fest, dass wiederholtes Nachfragen und das Zusammenfassen ihrer Aussagen zu neuen, tieferen Einsichten führten. So zeigte sich beispielsweise, dass negative Rückmeldungen oft auf oberflächliche Aspekte wie die visuelle Darstellung zurückzuführen waren, während die zugrunde liegende Idee positiv wahrgenommen wurde. Die Laddering-Methode half uns somit, verborgene Motive, Werte und Zusammenhänge hinter den Aussagen der Teilnehmenden zu erkennen.